Archiv des Autors: Frau Hadris

12er waren an der Côte d’Azur

Zeit des Geschehens: Sonntag, 8. Oktober. 15.30 Uhr.

Ort des Geschehens: vor dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Fürstenwalde.

Der Platz vor dem Schulgebäude ist belebt, untypisch für einen Sonntag. Eltern, Lehrer, Schüler und viele Gepäckstücke sind zu sehen. Im Zentrum steht ein großer Reisebus. Die Stimmung ist gut. Es wird geredet und gelacht.

Dann geschieht es: Die Türen des Busses öffnen sich. Schüler gehen sogleich hinein und reservieren ihre gewünschten Sitzplätze. Dann erfolgt der Abschied. Es wird sich gedrückt, Küsschen werden ausgetauscht und Versprechen gegeben, sich oft zu melden.

Die Schüler betreten den Bus. Die Türen schließen sich. Der Motor springt an.

Die Reise hat begonnen.

So machten sich am Sonntag Frau Thiede und ihr Lebensgefährte, Frau Rheidenbach, die Busfahrer Jan und Stephan und 36 aufgeregte 12.-Klässler auf den langen Weg an die Côte d’Azur, die Südküste Frankreichs.

Auf der 20 Stunden langen Busfahrt, die durch Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco und letztendlich Frankreich führte, wurde geredet, gelesen, geschlafen und Musik gehört. Natürlich durfte auch der Nintendo DS nicht fehlen. Was wäre schon eine Klassenfahrt ohne gemeinsames Mario Kart im Bus!?

 

Montag, 9. Oktober

Nach der morgendlichen Busfahrt durch die schönen Küstenregionen der Mittelmeerregion folgte um 10.30 Uhr der endgültige Stopp in Antibes. Wir stiegen aus und befanden uns auf der Bungalowanalage «Les Jardins de la Mer». Es befanden sich ausgehend von einem kleinen Hauptgebäude mit Bänken und Tischen außerhalb Bungalows verstreut. Je vier, sechs oder acht Schüler und Schülerinnen bewohnten so ein kleines Haus, die mit einem Badezimmer und meist einer Küchenzeile ausgestattet waren. Auf der kleinen Terrasse befanden sich ein Tisch und Stühlen.

Das Auspacken wurde auf das Nötigste begrenzt, eher zog es uns zum Strand von Antibes, der nur zehn Minuten Fußweg entfernt war. Beim langen Sandstrand, der an ein strahlend blaues Meer angrenzte fühlte sich die Studienfahrt eher wie ein Kurzurlaub an. Und was darf in einem Strandurlaub nicht fehlen? Genau, das Baden im Meer! Fast ausnahmslos zog es uns Schüler ins Mittelmeer.

Später am Nachmittag fuhren wir mit dem Linienbus in die Altstadt von Antibes. Dort hatten wir Freizeit, die wir zum Beispiel mit der Besichtigung des Hafens oder dem Essen des ersten französischen Crêpe verbrachten.

Lange blieben wir nicht im Zentrum von Antibes, sondern fuhren zurück zu den Bungalows, um im Supermarkt in der Nähe das Essen für den Abend und den nächsten Tag zu besorgen, da wir uns bis auf morgens beim gemeinsamen Frühstück selbst verpflegen mussten.

Da nur drei unserer sechs Bungalows im Besitz eines Gasherds waren, war die Verpflegung von allen Schülern recht schwierig. Als dann aber die Bungalows, die eine Küchenzeile besaßen, mit Kochen anfangen wollen, fiel schnell auf: Es funktionierte nicht. Letztendlich funktionierte an diesem Abend eine einzige Kochplatte unserer gesamten Bungalows, dementsprechend zog sich das Kochen und Essen an diesem Abend eine Weile hin.

Später am Abend waren dann aber alle versorgt und wir konnten beruhigt schlafen gehen und die Erlebnisse des ersten Tages an der Côte d’Azur verarbeiten.

 

Dienstag, 10. Oktober

Nach dem Frühstück mit frischen Baguettes machten wir uns um 10 Uhr mit unserem Bus auf die kurze Reise in das Fürstentum Monaco. Dort marschierten wir zum Fürstenpalast der Familie Grimaldi, denn an diesem Ort sollten unsere Stadtführungen starten. Unsere Gruppe teilte sich in zwei kleinere auf und jeweils zwei Schüler zeigten uns einige Besonderheiten der Stadt. Dazu zählten das Ozeanographische Museum, die Gärten von St. Martin (mein persönliches Highlight in Monaco!), die Kathedrale von Monaco, der Hafen, an dem sich der Start der temporären Formel 1-Rennstrecke befindet und der Stadtteil Monte Carlo. Da sahen wir das berühmte Casino.

Am Casino war die Führung beendet und wir hatten zwei Stunden Freizeit, die ganz unterschiedlich genutzt wurden. Die einen holten sich etwas zum Essen und genossen das sommerliche Wetter, andere besuchten die Ausstellungen im Ozeanographischen Museum oder verschickten die ersten Postkarten nach Deutschland.

Abends fuhren wir zurück nach Antibes. Dort wurden wieder die alltäglichen Einkäufe im Supermarkt getätigt und Abendbrot gegessen, was mit neuerdings zwei reparierten Gasherden deutlich schneller klappte.

Nach dem gemeinsamen Zusammensitzen und Tischtennisspielen fielen wir mit dem Gedanken an den nächsten aufregenden Tag in die Betten.

 

Mittwoch, 11. Oktober

Unser Mittwoch in Südfrankreich begann etwas zeitiger als der vergangene Tag, da ein volles Programm vorgesehen war.

Mit unserem Bus fuhren wir nach Sainte-Maxime, eine Küstenstadt am Mittelmeer, um von dort aus mit einem kleinen Boot ins berühmte Saint-Tropez zu fahren. Die kleine Stadt ist für ihre prominenten Besucher mit deren teuren und großen Jachten bekannt. Was viele aber nicht vermuten ist, dass der Ort weder luxuriös erstrahlt, noch viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Es ähnelt eher einem Fischerdorf. Die schmalen hübschen Gassen mit den teuren Geschäften geben ihm jedoch eine interessante, dennoch ruhige Ausstrahlung, so dass unsere zwei Stunden Aufenthalt entspannt vorübergingen.

Beispielsweise luden in der Stadt zwei Kunstgalerien zum Besichtigen ihrer modernen Kunstwerke ein. Die «Galerie des Lices» zeigte einige zeitgenössische Ausstellungsstücke, die auch für die Kunstbanausen unter uns sehr ansprechend waren.

Mit dem Boot ging es anschließend zurück über das kleine Stück Mittelmeer zum Bus. Nächste Haltestelle: Grasse!

Für uns stand nämlich der Besuch der Parfümerie Galimard mit eigenem Duftkreationskurs auf dem Programm. Zuerst wurde uns erklärt, wie ein Parfüm hergestellt wird. Außerdem zeigte uns die motivierte Gruppenführerin, wie die Labore der Entwickler aussehen. Zum Abschluss durften wir selber in die beliebtesten Parfüms der Firma reinschnuppern und wer wollte, konnte sich sein Wunschparfüm zum Schnäppchenpreis kaufen.

Nicht alle, aber der Großteil von uns, nahm im Anschluss an der Duftkreation teil. Dabei rochen wir zuerst an verschiedenen Geruchsproben, um herauszufinden, welche Zusammensetzungen von Stoffen uns am meisten gefallen. Daraus bildete sich die Basisnote. Dazu kamen außerdem die Herznote sowie die Kopfnote, beides wieder Mischungen aus mehreren Stoffextrakten.

Zwischendurch mischten wir zusammen mit unserem Partner unser halbfertiges Parfüm immer wieder durch und probierten aus, wie uns die jeweiligen Zwischenschritte gefielen. Am Ende waren alle beteiligten Schüler im Besitz einer Teilnahmeurkunde und 50 ml ihres selbst kreierten Parfüms. So roch der Bus auf dem Rückweg also nach einem kunterbunten Blumenmeer!

Zurück auf der Bungalowanlage mussten wir leider bereits Koffer packen, da wir nach unserem nächsten Tagesausflug schon nach Deutschland zurückfahren würden.

 

Donnerstag, 12. Oktober

Um 7.30 Uhr klingelte zum letzten Mal unser Wecker an der Côte d’Azur. Es wurden die restlichen Sachen gepackt, der Bungalow aufgeräumt und noch einmal leckere Baguettes gefrühstückt.

Später am Vormittag verließen wir die Anlage endgültig und machten uns auf den Weg zur Bushaltestelle, unser Gepäck blieb in unserem Reisebus. Anderthalb Stunden Fahrt in einem südfranzösischen Linienbus lagen vor uns… Hurra!

11.30 Uhr kamen wir in Nizza an, einige vom langen Stehen im Bus erschöpfter als von der bevorstehenden Stadtführung. Der Blick auf die Promenade des Anglais und den anschließenden Strand machten alle schmerzenden Beine aber wieder wett.

 

Zwei Schüler unserer Gruppe führten uns durch Nizza, angefangen an der berühmten Promenade. Es ging am Opernhaus vorbei, einmal über den «Marché aux Fleurs», den berühmten Blumenmarkt von Nizza, weiterhin am Justizpalast vorbei und über den Place Masséna. Abschließend kletterten wir die vielen Treppenstufen und steilen Straßen zum Schlossberg hinauf. Hat man das erst mal geschafft, wird man von einer fantastischen Aussicht über das Meer, Nizza und die Berge belohnt! Ein Schloss gibt es auf dem Berg schon lange nicht mehr, das wurde längst abgerissen, aber der Name des Berges ist geblieben.

Ab 14 Uhr hatten wir Freizeit in der schönen Stadt und jeder nutzte die verbliebenen Stunden bei strahlendem Sonnenschein. Die einen setzten sich in ein kleines Café oder sonnten sich am Strand, während andere noch einmal in die Altstadt schlenderten und Souvenirshops besuchten.

Aber in einer Sache waren wir uns alle einig: Als wir uns abends an der Promenade trafen, bereit zur Abfahrt, wollte jeder noch an der wunderschönen Küste bleiben.

Leider half dieser Wunsch nicht viel und wir machten uns auf die lange Rückfahrt in die Heimat.

 

Freitag, 13. Oktober

Kurz nach 13 Uhr hielt unser Reisebus wieder am Scholl und wir stiegen (die einigen mehr, die anderen weniger) frisch und munter aus. Nach und nach wurden alle Schüler abgeholt und jetzt bleibt mir nur noch im Namen aller Schüler zu sagen: Vielen Dank.

Vielen Dank an unsere Lehrerinnen Frau Thiede und Frau Rheidenbach für ihren Einsatz, eine so stressige und aufwändige Fahrt zu organisieren und mitzumachen. Wir hoffen, dass auch Ihnen diese Woche Spaß gemacht hat. Natürlich geht auch ein Dank an Frau Groß, die krankheitsbedingt leider nicht mitfahren konnte, aber sich natürlich auch viel an der Organisation beteiligt hat.

Solltet ihr diese Worte lesen, mit eurer Studienfahrt noch ein oder mehrere Jahre entfernt, lasst mich euch sagen: Wird die Côte d’Azur als Reiseziel angeboten, fahrt dort mit. Es lohnt sich!

 

Sophie Marks, 12-5

Bilder mit Bildunterschriften